Armenien

Armenien-Reisen – Land der Steine, Land der Lieder

Was wissen wir von Armenien? Viel zu wenig. Dabei hat das kleine Land zwischen hohen Bergen eine ungewöhnliche Landschaft, eine bewegende Geschichte und eine uralte, faszinierende Kultur. Auch wenn es fern von uns im Transkaukasus liegt, ist es so klassisch europäisch, wie ein Land nur sein kann. Entdecken Sie Armenien für sich und besuchen Sie ein Land, wie es kein zweites gibt.

Vier Gründe Armenien zu bereisen?     Landesinfos     Armeniens Highlights      Reiseleitfaden 

Armenien-Wanderreise: Im Schatten des heiligen Berges Ararat

Armenien-Wanderreise: Im Schatten des heiligen Berges Ararat

Wandern und Staunen im Land der Steine und Aprikosen

Die Highlights

  • Märchenhafte Schluchten, atemberaubende Bergwelten, heilende Quellen
  • Wandern zum Tatev-Kloster, auf dem Transcaucasian Trail und in den Geghama-Bergen
  • Basaltschlucht zu Füßen des Tempels von Garni (UNESCO-Weltkulturerbe)
  • Freizeit in am Sewansee und in Jerewan
  • Familiäre Gästehäuser und Hotels und viele Begegnungen mit Einheimischen

Das Besondere

  • Offroad zu den Felszeichnungen von Uchtasar
  • Der Duft von frischem Lavash-Brot aus dem Tonir-Ofen
  • Durchgehend feste Unterkünfte und Tageswanderungen, kein Mehrtagestrekking

inkl. Flug

Gruppe

4-12 Pers

15 Tage

mittelschwer

Natur, Kultur, Wandern

Armenien-Osterreise: Frühling zu Füßen des Ararat

Armenien-Osterreise: Frühling zu Füßen des Ararat

Auf mystischen Pfaden im ältesten christlichen Land der Welt

Die Highlights

  • Osterfeierlichkeiten im ältesten christlichen Land der Welt
  • Märchenhafte Schluchten, sanfte Wiesen, atemberaubende Bergwelt
  • Weltkulturerbe Haghpat und Sanahin
  • Wanderung zum spektakulär gelegenen Kloster Tatev im Süden Armeniens
  • Freizeit in der Kultur- und Kunststadt Jerewan

Das Besondere

  • Fußwaschungszeremonie miterleben im einsam gelegenen Kloster Hagartsin
  • Besuch bei einem Winzer in der alten Weinregion von Jeghenadzor

ab 2.350,00 €

inkl. Flug

Gruppe

4-12 Pers

12 Tage

mittelschwer

Kultur, Natur, Wandern

Armenien-Individualreise: Land der Steine und der Aprikosen

Armenien-Individualreise: Land der Steine und der Aprikosen

Auf mystischen Pfaden zu verträumten Klöstern und wilden Schluchten

Die Highlights

  • Schroffe Bergwelt, steinige Schluchten, wilde Steppen und Wälder
  • Weltkulturerbe Haghpat und Sanahin
  • Spektakulär gelegenes Kloster Tatev im Süden Armeniens
  • Reiche Kultur- und Kunstszene von Jerewan
  • Sewansee, die blaue Perle Armeniens

Das Besondere

  • Höhlendorf Chndozoresk in bizarrer Felslandschaft
  • Teufelsbrücke mit heißen und kalten Quellen
  • Weinverkostung bei einem lokalen Winzer im Arenital

ab 1.520,00 €

Individuell

2-6 Pers

9 Tage

leicht

Kultur

Armenien-Radreise: Im Herzen des Kaukasus

Armenien-Radreise: Im Herzen des Kaukasus

Auf der alten Seidenstraße fest im Sattel unterwegs

Die Highlights

  • Auf dem Rad durch bewaldete Hügellandschaft und einsames Hochland
  • Einzigartige Flora und Fauna und der größte Bergsee Europas
  • Klosterkomplexe und mythische Kultstätten
  • Tagesetappen 25-75 km auf Nebenstraßen, einige Bergetappen
  • Gepäcktransport im Begleitfahrzeug

Das Besondere

  • Reisepreis unterstützt umweltpädagogische Projekte des FPWC
  • Mit der Seilbahn über die Schlucht des Vorotan zum Kloster Tatev

inkl. Flug

Gruppe

5-12 Pers

13 Tage

anspruchsvoll

Radfahren, Natur, Abenteuer

Hauptstadt
Jerewan
Fläche
29.743 km²
Bevölkerung
ca. 3 Mio.
Landessprache
Armenisch
Währung
Armenischer Dram (AMD)
Religion
Christentum
Zeitverschiebung
+2 Std.

Vier Gründe, warum sich eine Armenien-Reise lohnt

Das erste christliche Land der Welt Seit über 1700 Jahren ist Armenien ein christlicher Staat und bis heute prägt das Christentum Kultur und Identität des Landes. An die 40.000 sakrale Bauwerke zeugen davon, aber auch der tiefe Glaube vieler Armenier, der immer noch ihren Alltag bestimmt.

 

Die Menschen Armeniens Wer nach Armenien reist, kommt als Gast und geht als Freund. Immer wieder sind unsere Reisegäste beeindruckt von den Menschen dieses Landes; ihrem Leben, ihrer Kultur und ihrer Haltung. Versuchen Sie, auf Ihrer Armenien-Reise Kontakte zu knüpfen – Sie werden es nicht bereuen!

Eine atemberaubende Landschaft Armenien ist gebirgig, steinig und trocken – und hat dennoch eine Geographie, wie man sie sonst in Europa nirgends findet. Von den Halbwüsten im Osten bis zu den Schluchten und Gipfeln des Kaukasus und dem riesigen Sewansee bietet Armenien dem Reisenden eine Reihe spektakulärer Landschaften, die touristisch wenig erschlossen sind. Ein Höhepunkt jeder Armenien-Reise ist der Blick auf den biblischen Berg Ararat.

 

Eine unglaubliche Geschichte Die lange, wechselvolle und auch unendlich tragische Geschichte dieses Landes und seiner Menschen lässt keinen Besucher kalt. Auf einer Armenien-Reise ist die Vergangenheit mindestens ebenso präsent, wie die überraschend moderne Gegenwart.

Kleine Landeskunde: Armenien im Überblick

Die Geographie Armeniens

Die Republik Armenien (armenisch: Hajastan) liegt im Südkaukasus zwischen Georgien im Norden, Aserbaidschan im Osten, dem Iran im Süden, der autonomen aserbaidschanischen Enklave Nachitschewan im Südwesten und der Türkei im Westen. Sie hat als einzige der drei Kaukasusrepubliken keinen Zugang zum Meer.

Armenien liegt ungefähr auf dem 40. Breitengrad und damit etwa auf der Höhe von Griechenland. Mit einer Fläche von knapp 30T km2 ist es so groß wie Brandenburg oder Belgien. Hauptstadt ist Jerewan (auch Eriwan genannt) mit 1,5 M Einwohnern.

Armenien ist ein Gebirgsland. 90% der Landesfläche liegen mehr als 1000 m über dem Meeresspiegel, die mittlere Höhe beträgt sogar 1800 m. Von Norden her erstrecken sich die über 3000 m hohen Ausläufer des Kleinen Kaukasus. Die höchste Erhebung ist der erloschene Vulkan Aragaz (4090 m); der tiefste Punkt liegt auf rund 380 m am Fluss Aras an der Grenze zum Iran und zu Aserbaidschan. Tektonische Aktivitäten führen dazu, dass Armenien immer wieder von Erdbeben heimgesucht wird.

Der größte See Armeniens ist der östlich von Jerewan in etwa 1900 m Höhe gelegene Sewansee mit einer Ausdehnung von derzeit ungefähr 940 km2. Durch Wasserentnahme ist seine Fläche leider stark zurückgegangen (1984: 1262 km2). Die wichtigsten Flüsse Armeniens sind Aras, Worotan, Kassagh, Hrasdan und Debed.

Klima und beste Reisezeiten

In Armenien gibt es aufgrund des ausgeprägten Gebirgsreliefs unterschiedliche Lokalklimata. In den Tälern und Niederungen ist das Klima kontinental, wobei die Temperaturen im Sommer um die Mittagszeit meist über 30°C liegen. In den Bergen ist es insgesamt etwas kühler, und an der Grenze zum Iran subtropisch und sehr trocken. Im Nordwesten des Landes ist mit winterlichen Tiefstwerten von -40°C zu rechnen. Das ganze Jahr über fällt wenig Niederschlag, so dass Armenien zu den trockensten Ländern der Region zählt.

Die besten Reisezeiten für eine Armenien-Reise sind April bis Juni und September bis Oktober. Die Sommermonate Juli und August empfehlen sich eher für Wanderreisen ins Hochgebirge, denn im Rest des Landes ist es dann sehr heiß und trocken.

Nachfolgend finden Sie die Klimadaten der Hauptstadt Jerewan/Eriwan:

Klimastation JEREWAN, Höhe über NN in m: 907 – geographische Position: 44° 28’ E, 40° 8’ N

Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Temp. ø Max. (°C) 1,2 3,3 12,2 17,8 24,4 29,1 31,8 32,7 27,8 20,5 13,2  5,9
Temp. ø Min. (°C) -7,5 -4,9 1,2 6,7 11,3 14,4 18,5 17,9 13,1 7,7 2,5  1,8
Regentage 5 5 6 7 8 5 2 2 2 5 4  5
Niederschlag (mm) 26 27 34 49 52 25 8 11 15 22 23  29
Sonnen-stunden ø 2,9 4,2 5,5 7,1 9,1 11,1 11,6 11,4 10,0 7,9 4,8  2,9

 

Die Flora und Fauna Armeniens

Armenien-Reisen haben dem Naturfreund viel zu bieten. Die Flora Armeniens ist artenreich; es gibt eine Vielzahl endemischer Arten. In vielen Regionen gedeihen nur Pflanzen, die mit Trockenheit gut zurechtkommen; etwa Salzpflanzen, Artemisia, dornige Sträucher, Disteln etc. Um 1900 waren noch rund 25% der Landesfläche von Bäumen oder Sträuchern bedeckt, 2005 waren es nur noch ca. 10%. Der lateinische Name der Aprikose, Prunus armeniaca, lautet übersetzt “armenische Pflaume“. Die Aprikose gehört zu den Symbolen Armeniens – daher die Farbe des untersten Streifens der armenischen Flagge.

Armenien beherbergt viele Reptilien, darunter die Armenische Felseidechse und diverse Schlangenarten. In feuchten Niederungen findet man Wildschweine, Schakale, Rehe, Nerze, Möwen und Adler; in den Steppen der Gebirge vor allem Nagetiere, in den Wäldern auch Syrische Braunbären, Wildkatzen und Wölfe. Im Naturschutzgebiet Chosrow leben noch Luchse, Wildziegen und sogar einige Kaukasische Leoparden, sowie das Armenische Wildschaf. Mit etwas Glück können Sie auf Ihrer Armenien-Reise einige dieser Tiere zu Gesicht bekommen.

Das Land und seine Menschen

Die Bevölkerung Armeniens

96% der Bevölkerung sind Armenier, damit ist das Land ethnisch sehr homogen. Die verbleibenden 4% setzen sich aus Russen, Kurden, Jesiden und Griechen zusammen. Über die Welt verstreut leben weitere 8 Mio. Menschen armenischer Abstammung, meist Nachfahren von Auswanderern; also fast dreimal so viele, wie im Mutterland. Sie werden auf Armenien-Reisen vielen Menschen begegnen, die im Ausland leben oder gelebt haben – Armenien unterhält enge Beziehungen zur armenischen Diaspora, die das Land auch in schweren Zeiten unterstützt hat. Der berühmteste Armenier ist wohl der französische Chansonnier Charles Aznavour (1924-2018). Er war ständiger Vertreter Armeniens bei der UNICEF und der UNO in Genf und hat sich vor allem seit dem verheerenden Erdbeben von Spitak 1988 immer wieder für das Land seiner Herkunft eingesetzt.

Sprachen

Amtssprache ist Armenisch (hajeren), eine eigenständige indoeuropäische Sprache mit eigenen Schriftzeichen. Dem heiligen Mesrop Maschtoz, dem Entwickler des armenischen Alphabets, ist in Eriwan ein eigenes Museum gewidmet. 1997 wurde die dortige Sammlung altarmenischer Handschriften von der UNESCO zum Weltdokumentenerbe erklärt.

Russisch ist nach wie vor weit verbreitet und wird auch auf dem Land gesprochen. Mit Englisch kommen Sie auf Ihrer Armenienreise gut zurecht, vor allem in der Hauptstadt und in touristisch erschlossenen Regionen. Auch in größeren Geschäften, Banken, Hotels und Restaurants wird meist Englisch verstanden. Ältere Armenier sprechen mitunter sogar Deutsch.

Einige Worte und Wendungen für Ihre Armenien-Reise:

Hallo Barev
Guten Morgen/Abend Bari luys/yereko
Willkommen Bari galu’st
Auf Wiedersehen Tstesutyun
Ja / Nein Ayo / Vosh
Ich verstehe nicht Chem haskanum
Danke / Vielen Dank Mersi / Chenorhakal ém
Bitte Khntrem!
Entschuldigung Néroghoutioun

Geschichte Armeniens

Auf Reisen in Armenien ist die Geschichte allgegenwärtig. Der Name Armenien ist altpersisch und wird 521 v.C. erstmals erwähnt. Alexander der Große eroberte 334 v.C. das Gebiet des heutigen Armenien und machte es zum Teil des Seleukidenreiches. Im 4. Jh. kam es dann zu heftigen Kämpfen zwischen Römern und Sassaniden um Armenien.

Das Christentum wurde laut offizieller Lesart im Jahr 301 zur Staatsreligion erhoben, Historiker gehen aber eher vom Jahr 313/314 aus. Armenien wurde so der erste stark christlich geprägte Staat der Welt und behielt trotz tausendjähriger Besetzung, Teilung und Eroberung seinen Nationalcharakter. Die Armenier entwickelten eine hochstehende Kultur, Literatur und Baukunst, vor allem nach der Schaffung eines eigenen Alphabets im Jahr 405. Das Christentum ist bis heute eine entscheidende Komponente armenischer Identität.

Das Gebiet der heutigen Republik Armenien kam 1828 als Folge des Russisch-Persischen Krieges unter die Oberhoheit des Russischen Reiches. Nach dem Russisch-Türkischen Krieg 1877 bis 1878 musste das Osmanische Reich weitere Teile Armeniens an Russland abtreten.

Die Armenier, die noch auf dem Gebiet des Osmanischen Reiches lebten, wurden in den letzten Jahren des 19. Jahrhunderts, vor allem aber ab 1908, Opfer eines türkischen Genozids in mehreren Wellen, dem insgesamt bis zu 1,8 Mio. Armenier zum Opfer fielen – die genauen Zahlen sind unbekannt.

Die 1918 gegründete Demokratische Republik Armenien wurde schon bald von türkischen und sowjetischen Truppen bedrängt. Ab 1920 wurde das Gebiet des heutigen Armenien Sowjetrepublik und ab 1922 ein Teil der Sowjetunion.

1991 entstand die heutige Republik Armenien. Der südwestliche weitaus größte Teil des historischen Siedlungsgebietes der Armenier blieb jedoch unter türkischer Herrschaft – darunter auch der Berg Ararat, auf dem nach biblischer Überlieferung die Arche Noah landete. Er gilt bis heute als Nationalsymbol der Armenier und ist auch im Staatswappen abgebildet.

Armenien ist eines der wenigen Länder des ehemaligen Ostblocks, in dem (ex-) kommunistische Parteien nie an der Regierung beteiligt waren. 2018 kam es zur sogenannten samtenen Revolution und weitreichenden demokratischen Reformen.

Religion und Tradition in Armenien

Das armenische Volk definiert sich vor allem über seine uralte christliche Kultur. Die Bevölkerung gehört überwiegend der armenisch-apostolischen Kirche an, die zu Beginn des 4. Jh. als erste christliche Staatskirche gegründet wurde. Diese lange christliche Tradition zeigt sich in den mehr als 40.000 orthodoxen Kirchen und religiösen Bauwerken, die Ihnen bei Ihren Armenien-Reisen auf Schritt und Tritt begegnen werden. Bitte achten Sie bei deren Besuch auf angemessene Kleidung.

Zwar ist Religionsfreiheit in der Verfassung garantiert, aber faktisch ist die Armenische Apostolische Kirche nach wie vor eine Art Staatskirche, der gewisse Sonderrechte eingeräumt werden. Sie spielt eine zentrale Rolle für die armenische Identität. Zu den recht kleinen religiösen Minderheiten gehören andere christliche Konfessionen, ferner Jesiden, sunnitische Kurden und die wenigen schiitischen Aserbaidschaner, die nach dem Bergkarabach-Konflikt noch in Armenien leben.

Die Familie steht für die Armenier im Zentrum des Lebens und Familienbande sind generell stark. Patriarchalische Strukturen und Respekt vor dem Alter sind in Armenien auch heute noch verbindliche Werte. Gäste und Besucher werden freundlich aufgenommen. Versuchen Sie auf Ihrer Armenien-Reise auf jeden Fall mit der Bevölkerung in Kontakt zu kommen!

Kunst und Kultur in Armenien

Musik spielt in Armenien eine große Rolle. In Jerewan finden jährlich viele Festivals statt. Oper und Philharmonie sind gut besucht, und auf den Straßen kann man traditionellen duduk-Spielern (eine traditionelle Flöte) oder Trommlern, aber auch modernen Straßenmusikern, begegnen. Die vielseitige Musikkultur des Landes reicht von der christlichen Liturgie über die Volkslieder und Balladen der fahrenden Sänger bis hin zur klassischen Musik der Moderne.

Zur armenischen Baukunst gehören natürlich die unzähligen Kirchen und Klöster. Daneben gibt es aber auch die typisch armenische Stadtarchitektur, die man heute leider fast nur noch in Gyumri bewundern kann. Schon allein deshalb sollte ein Besuch von Gyumri auf Armenien-Reisen nicht fehlen. In Jerewan wichen die alten Straßenzüge in sowjetischer Zeit den Umgestaltungen des Architekten Alexander Tamanyan und seiner monumentalen armenischen Neoklassik.

Essen und Trinken in Armenien

Die armenische Küche ist die älteste im Transkaukasus und entstand vor rund 2000 Jahren. Die frühen Entwicklung der Viehzucht im armenischen Hochland lieferte Milchprodukte und Fleisch und die gut entwickelte Landwirtschaft steuerte Getreide, Gemüse und Kräuter bei.

Ursprünglich bereiteten die Armenier ihr Essen in Töpferwaren zu und das typisch armenische Fladenbrot lavash wurde im tonir, einem speziellen Backofen, gebacken. Während in Georgien oder Aserbaidschan vorwiegend Mais bzw. Reis als Beilage verwendet wird, essen die Armenier bevorzugt bulgur (geschroteten Weizen). Eine weitere Eigenheit der armenischen Küche sind die vielen Kräuter – man verwendet zahlreiche wild wachsende Blumen und Gräser –  aus denen verschiedene Gewürze und Zutaten zubereitet werden, wenn sie nicht selbst als Gericht fungieren.

Armenien hat eine ausgeprägte Café- und Restaurantkultur. Eine Mahlzeit fängt oft mit einer großen Platte kalter Vorspeisen an. Auf der befinden sich meist gefüllte Paprikaschoten und Weinblätter, eingelegtes und frisches Gemüse, salziger weißer Schafskäse, der mit frischen grünen Kräutern und Fladenbrot gegessen wird, sowie verschiedene Sorten basturma (Pökelfleisch).

Hier eine Auswahl typischer Speisen, Getränke und Desserts, die man auf einer Armenien-Reise unbedingt probieren sollte:

  • harissa = sehr traditionelles Gericht aus Hühnerfleisch und Weizenschrot
  • chash = Suppe aus Füßen, Kopf und Magen der Kuh
  • sepas = Suppe aus mazun (einer Art Joghurt) mit Weizenschrot
  • chorowats = armenisches Schaschlik in vielen Variationen
  • dolma = Weinblätter mit Lammhack gefüllt, dazu Joghurtsauce
  • ischkhan = Forelle aus dem Sevansee in verschiedenen Zubereitungen
  • tan = Getränk aus mazun und Wasser, ähnlich dem türkischen ayran
  • gata = weicher Kuchen in mehreren Schichten
  • sujuk = Süßigkeit aus festem Traubensirup und Nüssen

 

Armenien konkurriert mit Georgien um den Titel des ältesten Weinanbaugebiets der Welt. Heute werden in Armenien süße Dessertweine, aber auch hochwertige Tischweine, produziert. Weithin berühmt ist der armenische Cognac, den sich kaum ein Besucher entgehen lässt.

Der armenische Kaffee, surj genannt, ähnelt dem arabischen Mokka und wird ungefiltert getrunken. Man nimmt ihn mehrmals am Tag zu sich und ihre Kaffeepause ist den Armeniern heilig. Bestimmt bietet sich auf Ihrer Armenien-Reise die Gelegenheit, zwischendurch mit Einheimischen einen Kaffee zu trinken und so Kontakte zu knüpfen.

Highlights unserer Armenien-Reisen

Regionen, Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten

Jerewan – zwischen Sowjetnostalgie und Hipstercharme In Jerewan teilen sich alte Ladas und neue Mercedes die Straßen. Moderne Cafés, elegante Weinbars, Eisdielen und kleine Teehäuser füllen die Alleen. Die Museen und die 118 m hohe Kaskade, von der aus man eine fantastische Aussicht über die gesamte Stadt hat, zählen zu den schönsten Sehenswürdigkeiten. Und natürlich der Platz der Republik, das Herz Jerewans und architektonisches Highlight der Stadt.

Wings of Tatev – die längste Personenseilbahn der Welt Die Fahrt mit der längsten Non-Stop-Personenseilbahn der Welt über die schroffe Vorotan-Schlucht ist absolut spektakulär. 5,75 km ist die Strecke lang und an der tiefsten Stelle schwebt die Bahn immer noch ganze 320 m über dem Boden. Während der elfminütigen Reise genießt man eine fantastische Aussicht auf die umliegenden Berge. Ziel der Fahrt ist das Kloster Tatev, eines der wichtigsten Architekturdenkmäler Armeniens.

Kloster Chor Virap & der Berg Ararat Der biblischen Überlieferung zufolge strandete die Arche Noah nach der Sintflut auf dem Berg Ararat in den armenischen Bergen. Der Berg war von jeher das Nationalsymbol Armeniens, gehört aber seit 1915 zur Türkei und ist von Armenien aus nur noch am Horizont zu sehen. In Grenznähe, auf der armenischen Seite, befindet sich das wunderschöne Kloster Chor Virap aus dem 17. Jahrhundert. Von dort haben die Armenier bei gutem Wetter die beste Aussicht auf den Ararat – es ist der Ort, wo sie ihm heute am nächsten sein können.

Sewansee – die blaue Perle des KaukasusIm Osten Armeniens liegt der Sewansee, der größte See im ganzen Kaukasus. Vom kleinen, aber malerischen Sewankloster aus hat man einen wunderbaren Blick auf den tiefblauen See und die weitgehend unberührte Landschaft ringsum.

Beliebte Aktivitäten in Armenien

Kultur und Geschichte erfahren – das älteste christliche Land der Welt mit seiner wechselvollen Historie und seinen unzähligen Kirchen und Klöstern zieht jeden Besucher in seinen Bann.

Wandern – das touristisch noch wenig erschlossene Armenien bietet dem Wanderlustigen vier spektakuläre Nationalparks und viele weitere Schutzgebiete mit großartigen Wanderstrecken.

Kulinarik – Freunde einer deftigen und authentischen Küche werden von den armenischen Spezialitäten mit ihren einzigartigen Kräutern und Gewürzen begeistert sein.

“Die Reise war sehr erlebnisreich und hat individuelle Einblicke in ein unbekanntes Land und seine Leute geboten. Hervorragend war das Essen, besonders in Dilidschan und die Reiseleitung, die sehr individuell und einfühlsam war.“

– U. Schumacher

Reisen nach Armenien: Ein kleiner Leitfaden

Die Anreise nach Armenien

Armenien-Reisen beginnen in aller Regel am Jerewaner Flughafen “Zvartnots“. Zur Zeit gibt es wenige Direktflüge von Deutschland nach Armenien. Umsteigeflüge ab Deutschland bieten unter anderem Ukrainian über Kiev, Austrian über Wien, Aeroflot über Moskau, oder LOT über Warschau an. Die reine Flugzeit beträgt etwa 4,5 Stunden.

Wer vom Flughafen ins Hotel möchte, kann ein Taxi benutzen. Es empfiehlt sich, nicht den heranstürmenden inoffiziellen Taxifahrern mit ihren zum Teil zwielichtigen Angeboten zu folgen, sondern lieber auf ein offizielles Taxi zurückzugreifen. Für ungefähr 15€ geht es dann in die Innenstadt – es schadet nicht, vorher mit dem Fahrer über den Preis zu verhandeln. Gegen einen geringen Aufpreis kann auch das Hotel die Buchung Ihres Taxis übernehmen.

Einreisebestimmungen

Ein Visum ist für einen Aufenthalt bis zu 180 Tagen nicht erforderlich, wohl aber ein Reisepass, der mindestens fünf Monate über die Reisedauer hinaus gültig ist. Sollten Sie nicht die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen, informieren Sie sich bitte über die für Sie gültigen Bestimmungen.

Verkehrsmittel: Unterwegs in Armenien

Bahn

Es gibt alle zwei Tage einen Nachtzug nach Tiflis in Georgien (Fahrtzeit ca. 14 Stunden). Die Schienenverbindungen nach Aserbaidschan und der Türkei sind unterbrochen.

Mit dem PKW

Wir empfehlen nicht, auf Armenien-Reisen selbst Auto zu fahren. Die Straßen sind außerhalb der großen Städte oft schlecht, die Einheimischen nehmen es mit den Verkehrsregeln nicht immer so genau und wer kein Armenisch oder Russisch spricht, wird es schwer haben, sich zurechtzufinden. Unser Tipp: Lehnen Sie sich entspannt zurück und überlassen Sie das Fahren ortskundigen Profis.

In den Städten

Leider ist der ÖPNV in Armenien nicht mit dem in unseren Breiten zu vergleichen und zudem arg überbeansprucht. Linienbusse in Eriwan und anderen Städten sind meist völlig überfüllt. Wer Armenisch oder Russisch spricht, versucht sein Glück mit einer marshoutka, einem Kleinbus-Sammeltaxi, mit dem man für 100 Dram (ca. 0,20€) günstig an das gewünschte Ziel gelangt. Oder man nimmt sich ein Taxi (am besten ein offizielles mit Taxameter) – das ist nicht nur bequem, sondern auch erstaunlich preiswert.

Rund ums Geld

Währung und Banknoten

Landeswährung ist der armenische Dram (AMD).

1000 Dram = ca. 1,76€
1€ = ca. 507 Dram
(Stand: November 2021)

Bargeld, Karten, Automaten

In gehobenen Restaurants und Geschäften sowie in größeren Hotels kann man bargeldlos bezahlen (dabei fallen Gebühren an). Außerhalb der großen Städte kann das aber schwierig werden. Führen Sie deshalb auf Armenien-Reisen ausreichend Bargeld mit sich. Geld können Sie mit der Kreditkarte, bei einigen Automaten auch mit einer Maestro-EC-Karte, abheben.

Banken und Wechselstuben tauschen Euro und US-Dollar gegen armenische Dram ein. In Armenien schwankt der Wechselkurs ständig; wir empfehlen daher, vor Ort zum aktuellen Kurs zu tauschen. Grundsätzlich raten wir Reisenden, ausreichend Bargeld (Euro in kleinen und mittleren Scheinen) mitzunehmen. Die Ein- und Ausfuhr von Landeswährung ist erlaubt.

Shopping

Beliebte Mitbringsel bei Armenien-Reisen sind Honig, Gewürze und Trockenfrüchte (vor allem die berühmten Aprikosen) und natürlich der hervorragende armenische Cognac. Falls Sie auf Ihrer Armenien-Reise einen Teppich oder anderes traditionelles Kunsthandwerk erwerben wollen, sollten Sie sich erkundigen, ob man zur Ausfuhr ein Zertifikat benötigt.

Trinkgeld

Trinkgeld gilt als freiwillige Anerkennung für guten Service. Hier einige Richtwerte für Ihren Armenien-Urlaub:

  • Im Cafe oder Restaurant: 10-12%
  • Im Taxi: Fahrpreis aufrunden
  • Zimmerservice im Hotel: 1€ pro Tag

 

Bei Reiseleitern und Busfahrern sollte die Gruppe zusammenlegen und das Trinkgeld am Ende der Reise überreichen. Bitte seien Sie großzügig – die Gehälter in Armenien sind nicht hoch und die Mitarbeiter sind auf Trinkgelder angewiesen.

Kosten und Preise (ungefähre Angaben)

Übernachtung im Hotel (Mittelklasse) 45€
Übernachtung im Hotel (Top-Kategorie) 110€
Mahlzeit im Restaurant (preiswert) 5€
Mahlzeit im Restaurant (Mittelklasse, 3 Gänge für 2 Personen) 20€
Importiertes Bier (0,33 Liter) 1,70€
Einheimisches Bier (0,5 Liter) 1,20€
Softdrinks (0,33 Liter) 0,70€
Wasser (0,33 Liter) 0,50€
Kaffee 0,70-1,70€
Taxifahrt (pro Kilometer, bei 1,10€ Grundpreis) 0,20€
Einzelfahrt im Nahverkehr 0,20€

Tipps für die Telekommunikation auf Armenien-Reisen

2011 legte eine Rentnerin auf der Suche nach Altmetall die Internetversorgung Georgiens und Armeniens lahm. Von diesem Vorfall hat sich die Telekommunikation jedoch erholt.

Prüfen Sie vor Ihrer Armenien-Reise, ob Sie ihr Handy in Armenien nutzen können und welche Bedingungen und Preise gelten. Wenn Sie länger im Land bleiben, können Sie für wenige Euro eine armenische Prepaid-SIM-Karte kaufen. Von Postämtern oder Internetcafés aus kann man preiswert ins Ausland telefonieren. Viele Cafés, Hotels und Restaurants bieten freies WLAN an, in Jerewan auch teilweise die Stadt selbst.

Die Ländervorwahl von Armenien lautet +374. Um von Armenien nach Deutschland zu telefonieren, wählen Sie die +49 vor.

Die wichtigsten Feiertage in Armenien

1. Januar Neujahr
6. Januar Weihnachten (nach dem orthodoxen Kalender)
24. April Gedenktag des Völkermords
21. September Unabhängigkeitstag
31. Dezember Silvester

Dazu kommen die beweglichen Feiertage:

  • Ostern zeitgleich mit unserem Osterfest
  • Vartivar (Wassertag) im Juli
  • Goldener Herbst im Oktober

 

Berücksichtigen Sie die örtlichen Feiertage, wenn Sie Ihre Armenien-Reisen planen. Armenische Feiertage sind eine Attraktion, aber die Menschen, die in der Reisebranche arbeiten, möchten natürlich auch feiern. Deshalb gehen die Uhren an solchen Tagen oft ein wenig langsamer.

TIPP: Wir bieten eine Armenien-Osterreise an, bei der Sie Gelegenheit haben, inmitten blühender Frühlingslandschaften die Osterfeierlichkeiten im ältesten christlichen Land der Welt mitzuerleben!

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